Neue Forschungen im Rungholtwatt

In den nächsten drei Wochen macht das Geographische Institut der Universität Mainz in Zusammenarbeit mit Geophysikern der Universität Kiel Untersuchungen zur historischen Landschaftsentwicklung im Rungholtgebiet. Unter der Leitung von Dr. Hanna Hadler und Prof. Dr. Andreas Vött werden umfangreiche geophysikalische Messungen und Bohrungen zur Identifizierung von Kulturspuren durchgeführt. Zu diesem Zweck müssen schwere Messgeräte mit einem „Wattmobil“ von den Forschern per Hand  durch den Schlick um die Hallig Südfall gezogen werden. 

Zur Erkundung der Bodenverhältnisse ließen sich die Forscher am Sonntag von der ortskundigen Wattführerin Cornelia Mertens, von Nordstrand aus, nach Rungholt führen. Das Wetter zeigte sich regnerisch und windig und drückte das Wasser hoch aufs Watt. So mussten einige schwierige Stellen passiert werden, die sich nicht umgehen ließen. Die Gruppe kam wie geplant bis zur Position der historischen Schleusen von Rungholt. Andreas Busch hatte sie in den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckt. Am Boden waren im gesamten nördlichen Bereich der Hallig keinerlei Kulturspuren zu sehen. „Die Bodenverhältnisse sind für unsere Untersuchungen optimal, mit unseren Geräten können wir unter die Wattoberfläche sehen, ohne zu graben. Wenn es die Schleusen noch gibt, haben wir gute Chancen, sie zu finden,“ erläuterte Frau Dr. Hadler.

Kapitän Reiner Dietzel versorgte die Wattwanderer mit den aktuellen Wetterinformationen über die Küstenfunkstelle Nordfriesland Radio und auf der Hallig wurde die Gruppe mit heißem Kaffee von Gunda Erichsen empfangen. Sie und ihre Familie hatten den Weg der Gruppe aufmerksam verfolgt und werden die Arbeit der Forscher in der kommenden Zeit unterstützen. 

Vor drei Jahren hatten für diese Untersuchungen Vorarbeiten stattgefunden. Diese Arbeit wurde vom im letzten Jahr plötzlich verstorbenen Dr. Jürgen Newig initiiert. Die Kulturspuren von Rungholt sind damit wieder in das Blickfeld wissenschaftlicher Forschung gerückt.

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